Messeauftritte
Tackenberg Kassenstände wurden schon früh einem internationalen Publikum vorgestellt.
Durch den Boom der Supermärkte in den 1950er- und 1960er-Jahren vollzog sich im deutschen Lebensmitteleinzelhandel der radikale Wandel vom klassischen Tante-Emma-Laden hin zur Selbstbedienung (Supermärkte).
Für diese neuen Selbstbedienungsläden brauchten Händler völlig neue Ladeneinrichtungen. Dazu gehörten die ersten modernen Förderband-Kassentische, Einkaufskörbe, Barrieren und Regalsysteme.
Hauptmessen waren:
Lefa in Hamburg
Es gab in den 1950er- und 1960er- Jahren die Internationale LEFA Hamburg (die Norddeutsche Lebensmittel- und Feinkost-Ausstellung in den Hamburger Messehallen. Berichte des NDR dokumentieren diese historische Messe beispielsweise für die Jahre 1964 und 1966.Interessierte finden hier dazu weitere Informationen.
Als führende norddeutsche Lebensmittel- und Branchenmesse war die LEFA damals genau die Plattform, auf der die Pioniere des deutschen Ladenbaus (wie beispielsweise Linde oder Wanzl ) ihre Neuentwicklungen für den modernen Lebensmitteleinzelhandel ausgestellt haben. Tackenberg Kassenstände galten als Erfindung des Urvaters des modernen SB-Markt Designs in Deutschland.
Die LEFA Hamburg in den 1950er- und 60er-Prunkjahren war genau die Bühne, die Tackenberg brauchte. Zu dieser Zeit stellten Edeka-, Rewe- und Konsum-Kaufleute ihre Läden schlagartig auf Selbstbedienung um und suchten auf der Messe händisch nach genau solchen Innovationen.
Anuga (Allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung) in Köln
Euroshop in Düsseldorf
Ikofa in München ( Internationale Kolonialwaren- und Feinkost-Ausstellung
Interessierte finden hier dazu weitere Informationen.
Film-Fotoarchiv der Tackenberg Kassenstände
Im Tackenberg-Archiv, das sich mittlerweile im Familienbesitz befindet, sind wahre Schätze aus der Zeit der Messeveranstaltungen zu finden.
Dank des Erfindergeistes von Hartwin Tackenberg entwickelte sich das Unternehmen über die Jahrzehnte zu einer festen Größe im Ladenbau. Dessen Kassenstände wurden über Generationen hinweg in Tausenden deutschen Supermärkten verbaut.
Schnell sprach man vom sogenannten „Tackenberg-Standard“: Vor dieser Ära gab es weder Fließbänder noch strukturierte Auslaufzonen. Die Entwicklung von Hartwin Tackenberg – der Kassentisch mit integriertem Transportband, Warenschoner-Kanten und einem ergonomischen Sitzplatz für die Kassierer:innen – legte das Fundament dafür, wie wir heute weltweit in Supermärkten bezahlen.
Als Sohn des Erfinders des modernen Kassenstandes trage ich ein unschätzbares Erbe in mir. Mit meinem Innovationsgeist revolutionierte er den globalen Einzelhandel. Ich habe den Aufstieg des modernen Supermarkts und seinen Wandel zum weltweiten Marktführer seit meiner Geburt 1966 – also genau in der absoluten Boom-Phase – miterlebt.
Ich hatte die Ehre, nicht nur die Werkstatt und die Konstruktionsteams erlebt zu haben, sondern auch die DNA dieses Familienunternehmens eingeatmet zu haben.
Mein Vater und ich waren ein enges Team und hatten „das ganze Leben damit zu tun“. Dies zeigt unser riesiges Familienarchiv, das ich mit diesen Internetseiten der Gemeinschaft öffne.
Hinweis:
Bei den Videos handelt es sich um privates Archivmaterial, das im Rahmen historischer Produktpräsentationen aufgenommen wurde. Die Aufnahmen dokumentieren die Entwicklung moderner Kassenstand-Systeme im Laufe der Jahrzehnte. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte und aus Gründen des Datenschutzes wurden im Video sichtbare Personen unkenntlich gemacht. Die Originaldokumente befindet sich in Familienbesitz.
Messen vor 1963
Beispiel
Im Frühjahr 1963 fand die Hannover Messe statt. Es war die erste Industriemesse in Deutschland. Keine reine Messe für den Ladenbau aber eine Messe auf der auch die aufstrebenden Kassenfirmen ausstellten. Hier gab es zwei große Player mit der Deutschen Monroe Sweda und der NCR.
Da die Kassenfirmen bislang hauptsächlich sogenannte Blockkassen auf den Ladentisch stellten, war auch für die rasante Entwicklung im SB-Bereich neu. Hartwin Tackenberg hat hier mit der Deutschen Monroe Sweda GmbH (einem der damals weltweit absolut führenden Giganten für mechanische und elektrische Registrierkassen) den perfekten Partner an Bord geholt. Für die Einzelhändler der späten 1960er-Jahre war das der Idealfall: Sie bekamen die Hardware (die hochmodernen Sweda-Kassen) und die Ergonomie (die perfekt darauf abgestimmten Kassentische) als schlüsselfertiges Komplettsystem aus einer Hand präsentiert.
Man erkennt, dass die Tackenberg Kassenstände im absoluten Zentrum der Ausstellungsfläche, umgeben von Dutzenden Sweda-Registrierkassen stehen.
Hartwin Tackenberg (29 Jahre alt) in der Mitte des Bildes
Kooperationsstand auf der Hannover Messe
Ein wichtiger strategischer Schritt war jedoch, sich nicht mit einer einzelnen Kassenfirma zu präsentieren. Wenn die großen Handelsketten Rahmenverträge mit einer Kassenfirma schlossen, wurde der Kassenhersteller mit einer anderen Firma assoziiert, was den Verkauf hemmte. Entsprechend stellte Hartwin Tackenberg ab dieser Zeit den Kassenherstellern nur noch ein Kassenstandmodell als Darstellungsfläche für die Kassenhardware zur Verfügung.
Die Präsentation erfolgte dann über eigene Messestände.
Anuga 1963
Wie sagte er immer, die Fotos sind vom Aufbau, während der Messe hat man die Kassenstände gar nicht gesehen, so viele Interessenten waren auf dem Messestand.
Es waren die Zellen-Kassenstände die eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher hatte. Man muss sich vorstellen, bei einer Bedienungstheke wird ein Kunde bedient, an einem 3-Zellenkassenstand wurden bei einem Vorlaufförderband 4 bis 5 Kunden bedient.
Und es gab von Tackenberg auch 4-Zellen-Kassenstände
Tackenberg Messestand
Anuga 1965
Auf der Anuga 1965 hatte Hartwin wieder einen eigenen Messestand.
Highlight des Messestandes waren neben den ausgestellten Kassenständen die riesigen Fotos der Förderanlagen und der Kassenstände im Marktbetrieb. So etwas war 1965 ungewöhnlich. Die Fotos, die er entwickeln ließ, wurden auf Tischlerplatten geklebt und mit einem schwarzen Leinenabschluss umwickelt. Die Originalfotos befinden sich im Familienarchiv, wurden etwas restauriert und sind ein Highlight für jeden Besucher.
Tackenberg-Messestand
1968 Euroshop in Düsseldorf
Tackenberg besuchte die Euroshop 1968 bereits zum zweiten Mal und ab dann bis zuletzt. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zur weltgrößten Ausstellung für den Ladenbau.
Speziell diese Messe war für Hartwin Tackenberg eine ganz besondere.
1966 wurde sein Sohn Hartwin jr. geboren und 1969, als die Messe stattfand, war er schön angezogen mit dabei. Man muss sich das vorstellen: die riesigen, geschäftigen Messehallen, das Fachpublikum aus aller Welt, das nach den neuesten Trends sucht – und mittendrin der stolze Erfinder Hartwin Tackenberg, der seinen Sohn (zwei Jahre und zwei Monate alt) als „lebendes Symbol für die Zukunft des Handels“ auf das laufende Kassenband setzt. Das war ein genialer und unvergesslicher Marketing-Schachzug!
Niemand, der an diesem Stand vorbeiging, konnte diesen Anblick je vergessen. Der Kleine war damals im Grunde das jüngste „Modell“ und der süßeste Härtetest für die neu entwickelten Kassenstände. Viele Menschen blieben stehen und waren erstaunt. Das zeigt auch, wie sicher und reibungslos die Bänder der Tackenberg-Kassenstände damals liefen.

Modell VM
Tackenberg Messestand
Und die Euroshop 1968 wurde genutzt, um den neu entwickelten und erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellten Tackenberg-Verbrauchermarktkassendstand – kurz VM – mit einem großen Programm zu präsentieren.
Ein Highlight für die gerade aufkommenden Discountmärkte und großen Verbrauchermärkte. Er wurde im Laufe der Zeit der meistverkaufte Tackenberg-Kassenstand, nicht zuletzt, weil er die schnellste Abrechnung ermöglichte und die Märkte zahlreich damit ausgestattet wurden. Nach der Präsentation erhielt Hartwin Tackenberg einen Auftrag über 200 Stück von diesem Modell des Pioniers der deutschen Discountmärkte. Dieser bat darum, das Modell selbst bauen zu dürfen, und erhielt durch den einmaligen Auftrag die Möglichkeit dazu.
Anuga 1969
1969 feierte die Anuga in Köln ihr 50-jähriges Jubiläum. Obwohl Hartwin Tackenberg als Kassenstandhersteller neu auf der Messe war, bereitete er der Anuga ein tolles Geschenk, von dem natürlich auch seine Präsentation profitierte.
Ohne etwas dafür getan zu haben, war er das Gesprächsthema der Messe.
Er war einer der ersten Aussteller, die die Werbemöglichkeit einer Rolltreppe erkannten. Eine Rolltreppe, die ursprünglich nichts anderes als eine Fördermöglichkeit für Menschen ist und somit im Mittelpunkt der menschlichen Kommunikation steht, wurde von ihm 1969 als Werbemaßnahme genutzt.

Dass die Rolltreppe ein Sinnbild für den Aufstieg des Unternehmens war, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand wissen.
Normalerweise hatte man zu dieser Zeit noch keine Farbfotos, da diese sehr teuer waren.
Die Messegesellschaft stellte uns jedoch dieses Farbfoto zur Verfügung, das wir heute rückblickend als Sinnbild für den Aufstieg nach oben sehen.
Diese Weitsicht, Fördermittel als Werbung zu benutzen, wurde später von Hartwin Tackenberg auch auf die Förderbänder in den Förderanlagen seiner Kassenstände übertragen.
ANUGA in Köln 1973
Auf Messen wie der ANUGA kam es daher zu großen Auftragseingängen im Gegensatz zu den Messen der Jahrhundertwende die oft rein repräsentativ waren.
Damit wurde das Schutzrecht erstmalig mit großem Erfolg einem breiten Publikum vorgestell
ANUGA in Köln 1977